Hand oder Maschine oder beides?

von Rose Wagner

Ausstellung:
Manus X Machina. Fashion in an Age of Technology
New York > 05. 05. – 05. 09. 2016, The Metropolitan Museum of Art

Buchbesprechung:
Bolton, Andrew: Manus X Machina. Fashion in an Age of Technology. Fotos von Nicholas Alan Cope. Ausstellungskatalog The Metropolitan Museum of Art, New York. New Haven u. London, Yale University Press, 2016

In der Ausstellung Manus X Machina, die bis zum 05. September 2016 im Metropolitan Museum of Art (MET) in New York läuft, ist atemberaubend Schönes, handwerklich Perfektes, modernistisch Kühles und nostalgisch Opulentes zu sehen. Es geht um die Techniken bei der Herstellung hochwertiger Mode – Hand, Maschine und eine Symbiose aus beidem – und die Relevanz der anhaltenden Trennung zwischen Haute Couture und Prêt-à-porter. Wer nicht die Möglichkeit hat, die Ausstellung zu besuchen, dem bleibt als Trost der Katalog. … mehr lesen

Der sozialistische Schuh

von Rose Wagner

Schuhmuseum Weißenfels ‒ Dauerausstellung
Schloss Neu-Augustusburg, Weißenfels

Von der Schuhindustrie der DDR ist außer Erinnerungen, Industrie-Ruinen und einer Ausstellung nicht viel geblieben. Diese Ausstellung wurde 1985 im Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels eröffnet und blieb bis heute im Wesentlichen unverändert – und gerade das macht sie sehenswert. … mehr lesen

Teppiche als Blickfang, Luxus und Kunst

von Rose Wagner

Ausstellung:
Teppich-Couture der Gegenwart
Berlin >16.02. – 06.03. 2016
Foyer im Stilwerk Berlin

Keiner hat fesselnder geschildert, wie sehr eine ansprechende visuelle Präsentation von Waren zum Kauf verlockt als Emile Zola in seinem Roman Paradies der Damen. Damals, im 19. Jahrhundert, war die entscheidende Bedeutung der Platzierung und Beleuchtung von Waren längst nicht jedem Händler bewusst; heute weiß das jedes Kind und natürlich auch jeder Teppichhändler. … mehr lesen

Mode im Schatten: Die dreißiger Jahre

von Rose Wagner

Ausstellung:
Gretchen mag’s mondän – Damenmode der 1930er Jahre
München >25. 09. 2015 – 29. 05. 2016
Münchner Stadtmuseum

Mode ist das Letzte, woran die meisten Menschen denken, wenn von den dreißiger Jahren die Rede ist. In Deutschland steht diese Dekade selten im Mittelpunkt von Modeausstellungen. Das Thema ist heikel, denn immer stellt sich die Frage, wie sehr das Politische das Ästhetische bestimmte. … mehr lesen

Proust und die Kleider der Gräfin Greffuhle

von Rose Wagner

La Mode retrouvée – Les robes trésors de la comtesse Greffulhe
Palais Galliera, Musée de la Mode de la Ville de Paris
> 07.11.2015 ‒ 20.03. 2016

Erstmals zeigt das Pariser Modemuseum Palais Galliera die exquisite Garderobe der Gräfin Élisabeth Greffuhle (1860-1952), die selbst in der mondänen Pariser Gesellschaft des Fin de Siècle nicht ihresgleichen hatte. Dennoch wäre die Gräfin Greffuhle wohl in Vergessenheit geraten, hätte nicht Marcel Proust sie in seinem Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit als Oriane, Herzogin von Guermantes, unsterblich gemacht. … mehr lesen

Ideal,Tabu und Normalität von Kurven

von Rose Wagner

Curvy – The International Fair
Deutsche Telekom Hauptstadtrepäsentanz

Französische Straße 33 a-c
Berlin > 19.01. ‒ 21.01. 2016

Vieles auf der Curvy, der Messe für Damenkleidung in großen Größen, ist auch nicht anders als auf den sonstigen Messen, die während der Fashion Week in Berlin stattfinden. Die Aussteller auf der Curvy präsentieren Ripped Jeans und vegane Kunstleder-Leggings, edlen Kaschmir genauso wie Cheerleader-Glitter, raffinierte Schnittkonstruktionen neben artigen Tuniken. Nur ist eben alles etwas größer. … mehr lesen

Gewirkt und exponiert

von Rose Wagner

Ausstellung Auf nackter Haut ‒ Leib. Wäsche. Träume
Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Stuttgart > 22.05.2015 ‒ 31.01. 2016

An Ausstellungen über Unterkleidung war in den letzten Jahren kein Mangel. New York, London, Paris, München. Es ging um Reifröcke, Schnürmieder, Korsetts und Büstenhalter, um Unterröcke, Nachthemden und Morgenmäntel. Es ging um Erotik und Intimität, Eleganz und Froufrou. Es ging um Seide und Spitzen, um Silhouetten, Männerphantasien und weibliche Sinnlichkeit. Eine Ausstellung, die sich ausschließlich gewirkter und gestrickter Wäsche widmet und auch die profane Männerunterhose würdigt, gab es bislang nicht. … mehr lesen

Der transzendierende Kimono

von Rose Wagner

Ausstellung: Kimono. Fukumi und Yoko Shimura / Japonismus
Bröhan-Museum, Berlin >19. 06.- 06. 09. 2015

Vortrag: Die Entwicklung des Kimono von der Antike bis in die Gegenwart sowie die Eigenschaften japanischer Kultur
Takeda Sachiko, Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin >28.08. 2015

Ausstellung: Boro – Stoffe des Lebens / The Fabric of Life
Museum für ostasiatische Kunst, Köln >28. 03.- 02. 08. 2015

 

Die europäische Faszination für den Kimono begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Japan sich geöffnet hatte. Er war das wichtigste Requisit des Japonismus, jener Rezeption japanischer Stilprinzipien und Ästhetik zwischen 1860 und 1910, die einen Stilwandel in Kunst und Kunstgewerbe auslöste. Puccinis Oper Madame Butterfly aus dem Jahr 1903 ist ein Ausdruck dieser Japan-Begeisterung. Im fremdartigen Kimono kulminierten exotische Wunschvorstellungen.

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Caprihose als Symbol und Praxis

von Rose Wagner

Ausstellung
Kurz, kess und Kult –
Sonja De Lennart und die Caprihose
Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg > 17.07. ‒ 20.09. 2015

Welche Vorstellungen waren mit dem Begriff Caprihose verbunden? Sind es heute andere als zu ihrer Entstehungszeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg? … mehr lesen

Demokratisierung und Swarovskisierung

von Rose Wagner

Swarovski Kristallwelten
Kristallweltenstraße 1
6112 Wattens / Tirol

Mit Schmuck – vor allem mit echten Brillanten – wurde einst die soziale Rangordnung markiert. Seit Daniel Swarovski eine Maschine für das Schleifen von Kristall erfand, hat sich viel geändert. Ihm ging es nicht um Luxus für wenige, sondern darum, die Schönheit und Kunst des Schmucks einem breiten Publikum zugänglich zu machen, wie es in einer Publikation des Unternehmens heißt. Frauen sollten sich ihren Schmuck selbst leisten können. Das kann als Demokratisierung interpretiert werden. … mehr lesen