Berliner Winter-Style

von Rose Wagner

Während sich Berliner Senat, German Fashion Council, Konfektionsunternehmen, aufstrebende und etablierte Designer, Models und Event-Manager auf die „Berlin Fashion Week“ vom 30. Januar bis 02. Februar 2026 vorbereiten, schauen wir uns draußen um. Wir sehen: Originelles, Abgerissenes, Cooles, Heiteres, alltagstauglich Normales und Menschen mit guter Laune. Auch die gibt es in Berlin. … mehr lesen

Vorweihnachtliches modisches Leipziger Allerlei

von Rose Wagner

Leipzig hat nicht gerade den Ruf einer Modestadt, doch mittlerweile geht es auf der Straße recht bunt zu, und oft sind Accessoires der Schlüssel zu einem besonderen Look. Das zeigt sich aufs Heiterste auf dem Weihnachtsmarkt der alten Handels- und Messestadt. … mehr lesen

Lucile: Aufstieg und Fall eines Mode-Stars

von Rose Wagner

Die Britin Lucy Christiana, Lady Duff-Gordon (1863-1935) war unter dem Namen Lucile bis in die 1920er-Jahre ein leuchtender Stern am internationalen Modehimmel. Ihre Kreationen waren der Inbegriff von Weiblichkeit und Luxus; ihre innovativen Verkaufsmethoden bereiteten dem modernen Mode-Marketing den Weg. Sie selbst hielt sich für eine Couturière, „deren Diktat die Welt der Mode regiert“. Royals, Millionärsgattinnen sowie Stars von Theater, Varieté und Stummfilm zählten zu ihren Kundinnen. Ihr Leben verlief turbulent und war nicht frei von Skandalen.

Heute ist sie nahezu vergessen. Im April 2025 jährt sich ihr Todestag zum neunzigsten Mal. … mehr lesen

Politische Kleider

von Rose Wagner

„First Ladies“
Dauerausstellung
National Museum of American History
1300 Constitution Ave. NW
Washington, D.C.

Eine Ausstellung mit Kleidern amerikanischer First Ladys im National Museum of American History in Washington D.C. ist seit ihrer Eröffnung im Jahr 1914 ein Publikumsmagnet. Im Mittelpunkt stehen Kleider, die First Ladys am Tag der Amtseinführung eines neuen Präsidenten trugen. Es wird deutlich, dass die Garderobe einer First Lady nicht nur eine individuelle Geschmacksentscheidung, sondern Teil einer politischen Inszenierung ist.

Die Ausstellung basiert auf einer umfangreichen Sammlung, die Kleidungsstücke aller Amtsinhaberinnen enthält. Sie gilt als “national treasure”. Bei meinem Besuch im Oktober 2024 waren rund dreißig Kleider zu sehen.

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Dorothy Liebes: Farbe, Lurex und Struktur

von Rose Wagner

A Dark, A Light, A Bright: The Designs of Dorothy Liebes
Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, New York
> 7.7.2023 – 4.2. 2024

Als weithin noch blasse Pastelltöne vorherrschten, brachte die amerikanische Weberin Dorothy Liebes (1897-1972) Farbe ins Textile. Statt monotoner Seidenstores hängte sie farbige Jalousien mit eingewebten Bambusstäbchen vor die Fenster. Ihre Heimtextilien und Kleiderstoffe fielen durch griffige Strukturen, Farbkontraste und die Kombination natürlicher und synthetischer Fasern auf. Liebes vereinte Handwerk und Industrie. Ihr Wirken erstreckte sich auf Mode, Film und Innenausstattung. In den USA galt sie als die größte Weberin ihrer Zeit. Heute ist sie nahezu vergessen. … mehr lesen

Kreuzberger Strick als Lebensgefühl

von Rose Wagner

Claudia Skoda Dressed to Thrill
Kunstbibliothek, Kulturforum
Berlin >13.04.2021 – 29.08.2021

Die Ausstellung ist eine Hommage auf die West-Berliner Strickdesignerin Claudia Skoda (*1943), die in den siebziger und achtziger Jahren im Mittelpunkt einer libertär-hedonistischen Kreativ-Szene in Kreuzberg stand. Skodas Strickmode und die Art und Weise ihrer Präsentation waren für die Zeit und die Stadt ungewöhnlich und innovativ. Im offiziellen Ausstellungs-Flyer wird sie als „Ikone der West-Berliner Undergroundszene“ charakterisiert.

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Wechsel und Wiederholung

von Rose Wagner

Buchbesprechung:
Bolton, Andrew u.a.: About Time: Fashion and Duration.
Ausst. Kat. The Metropolitan Museum of Art, New York. New Haven u. London, 2020. 400 S., 240 s/w Abb.

Vergangene Stile, Silhouetten und Dessins verschwinden nicht einfach auf Nimmerwiedersehen. Sie tauchen irgendwann – in mehr oder weniger – abgewandelter Form wieder auf. Die Modeentwicklung verläuft nicht linear. Wiederholung ist eine Konstante der Modegeschichte. … mehr lesen

Mehr oder weniger normal

von Rose Wagner

„Normal People“, TV-Miniserie, 2020

Die TV-Serie „Normal People“ ist kein ‘Modefilm’ im üblichen Sinn. Man sieht Mainstream-Klamotten, Second-Hand-Kleider, etwas Vintage, aber nichts Aufwendiges oder Luxuriöses. Normalität, Realismus und Greifbarkeit machen die Besonderheit dieser Filmkostüme aus. Bereits kurz nach der Erstausstrahlung der Serie boten Online-Verkaufsplattformen „Normal People“-Mode an. Fast-Fashion-Varianten der Filmkostüme wurden Verkaufsschlager. … mehr lesen

„Ich kann alles entwerfen, ausgenommen Motoren“

von Rose Wagner

Buchbesprechung:
Elizabeth Hawes: Zur Hölle mit der Mode. Übersetzung Constanze Derham.
Berlin, Kooperation Schnatmeyer & Derham, 2019

Die amerikanische Designerin Elizabeth Hawes (1903-1971) hatte in den 1930er-Jahren den Ruf einer Rebellin. Sie führte ein unkonventionelles Leben, stand politisch links und zeichnete sich durch ein ausgeprägtes Talent zur Selbstinszenierung aus. Für Überraschungen war sie immer gut. Auf eigene Faust und ohne eingeladen zu sein, reiste sie 1931 nach Paris, um dort ihre Kollektion zu präsentieren. Im Jahr 1935 führte sie – dieses Mal auf Einladung – ihre Modelle in Moskau vor. Das schlug hohe Wellen, war die UdSSR doch erst Ende 1933 von den USA anerkannt worden. … mehr lesen